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Binäre Optionen: Empfehlung

 

Ichimoku Kinko Hyo

In den 30er Jahren entwickelte der japanische Journalist Goichi Hosada (1898-1982) gemeinsam mit einer Gruppe Studenten das Indikatorensystem Ichimoku Kinko Hyo, auch bekannt als Wolkencharts. Im Jahre 1968 wurde das System erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt und die anfängliche Begeisterung ebbte bald wieder ab. Heute erlebt der Ichimoku Kinko Hyo Chart eine neue Renaissance und wird immer beliebter. Der Wolkenchart besteht aus insgesamt fünf Linien: 

  • Tenkan Sen
  • Kijun Sen
  • Chikou Span
  • Senkou Span A
  • Senkou Span B

Senkou Span A und Senkou Span B bilden dabei die eigentliche Wolke. Ichimoku kann auf allen Zeitebenen und auf jeden Basiswert angewendet werden.

Bestandteile des Ichimoku-Charts

Wie oben bereits angesprochen besteht das System aus insgesamt fünf Linien. Der Tenkan-Sen (sprich: Tenkan) kann ins Deutsche mit „verändernde“ oder „drehende“ Linie übersetzt werden. Im Englischen wird auch von der „turning line“ gesprochen.

Beim Kijun-Sen (sprich: kidschun sen) handelt es sich um die Standardlinie. Im Englischen sagt man zum Kijun-Sen auch „standard line“ oder „base line“.  

Ins Deutsche würde man den Chikou-Span (sprich: tschikoh) wohl mit „verzögerte-Linie“ übersetzen. Im Englischen bedeutet Chikou-Span „lagging line“ oder „delayed line“. Die Berechnung des Chickou-Span ist relativ einfach, da es sich um das Arithmetische Mittel der Periode handelt. Wenn im Kerzenchart eine Candle 5 Minuten entspricht, dann stellt der Chickou-Span den Mittelwert dieser Kerze dar. Das Ergebnis wird 26 Perioden nach links projiziert.

Die eigentliche Wolke besteht aus dem Senkou-Span A und dem Senkou-Span B. Senkou Span A bedeutet „Vorauseilende Linie A“ und wird im Charttool meistens Grün dargestellt. 

Als „Vorauseilende Linie B“ bezeichnet den Senkou-Span B. Im Charttool wird diese Linie rot eingefärbt.

Welche Informationen gibt uns das Tradingsystem?

Im Gegensatz zu anderen Strategien liefert uns der Wolkenchart nicht nur Informationen zum Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt, sondern auch zur Trendstärke, möglichen Unterstützungs- und Widerstandszonen und zur Trendrichtung. 

Befindet sich der Kurs des Basiswertes oberhalb der Wolke, dann ist dies ein bullisches Zeichen. Notiert der Kurs unterhalb der Wolke, wird das als ein bärisches Zeichen gedeutet. Kurse in der Wolke werden als Seitwärtsbewegung interpretiert. 

Das eigentliche Kauf- und Verkaufssignal wird vom Tenkan-Sen und Kijun-Sen generiert. Durch die sogenannte Crossover-Methode entsteht ein Kaufsignal immer dann, wenn der Tenkan-Sen den Kijun-Sen von unten nach oben durchbricht. Der Tenkan-Sen ist die schnelle Linie und der Kijun-Sen die langsame Linie. Durchbricht der Tenkan-Sen den Kijun-Sen von oben nach unten, entsteht ein Verkaufssignal. Die Crossover-Methode kennt man von den gleitenden Durchschnitten. Manche nutzen zum Beispiel den GD 14 und 50 um Signale zu erzeugen. Das jeweilige Signal wird verstärkt, wenn nach der Signalgenerierung beide Linien möglichst eng und parallel verlaufen. Wird ein Kaufsignal oberhalb der Wolke erzeugt, dann gilt dies als bullisches Zeichen. Die Wolke selbst gilt auch als Unterstützungs- und Widerstandsbereich. Eine dicke Wolke kann als starke Unterstützungs- oder Widerstandszone angesehen werden. Einige Trader platzieren darunter (bei Calls) oder darüber (bei Puts) ihr Buy-Me-Out-Limit.

Ein weiteres Indiz für die Stärke des Signals liefert die Position des Chikou-Spans. Er stellt das Arithmetische Mittel einer Kerzenperiode dar und wird 26 Perioden nach links verschoben. Notiert der Chickou-Span oberhalb der Wolke und oberhalb des Kurses von vor 26 Tagen, dann ist dies als ein Bullensignal zu werten.

Beispiel Ichimoku-Trading

Im Chart sehen Sie den EUR/USD vom 07.03.2013 auf 5-Minuten-Basis. Gegen 14.40 Uhr wurde dank der großen weißen Kerze ein Kaufsignal ausgelöst, denn der Tenkan-Sen durchbrach den Kijun-Sen von unten nach oben. Anschließend verliefen beide Linien sehr eng zueinander. Das Kaufsignal wurde knapp oberhalb der Wolke generiert, was die Stärke des Signals untermauert. Der Chickou-Span von vor 26 Tagen notierte oberhalb der Kerze und der Wolke: Bullisches Zeichen.

Wer mit den Wolkencharts arbeitet, benötigt viel Übung. Am Anfang mag alles etwas befremdlich wirken, aber nach einer Zeit gewöhnt man sich an die Farbvielfalt und kann einfach die Signale ablesen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Handel mit binären Optionen und hoffe, dass dieser Artikel Ihnen bei Ihrem Trading helfen wird.

Autor: Martin Brosy